Bernd Blisch stellt sein Programm für Flörsheim vor

Bürgermeisterkandidat

Bernd Blisch stellt sein Programm für Flörsheim vor

VON  Ein Stadtentwicklungskonzept sowie die Einrichtung eines Ärzte- und Gesundheitszentrums im Marienkrankenhaus hält Bernd Blisch für die dringlichsten Arbeitsschwerpunkte. Der Bewerber um den Chefsessel im Flörsheimer Rathaus bezeichnet den neuen Schützenhof als „anonymen Bau“.

Flörsheim. Das Motto von Dr. Bernd Blisch soll kein hohler Wahlkampfspruch sein: „Gemeinsam – die Stadt sind wir alle“. Blisch, der als unabhängiger Kandidat am 27. Mai ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus geht, präsentierte gestern Abend bei einem Pressegespräch ein Wahlprogramm, dass die Zusammenarbeit mit den Bürgern und eine transparente Vorgehensweise bei Projekten in den Vordergrund rückt.
 Dramatische Beschreibungen der politischen Situation gibt es bei dem vom Viererbündnis unterstützten Kandidaten nicht. Das Bündnis besteht bekanntlich aus CDU, Grüne Alternative Liste Flörsheim (Galf), Freien Wähler und FDP. Eine bunte Mischung also, die in dieser Form noch nie in der Mainstadt existierte. Und es gab in dieser Konstellation noch nie ein Bündnis, dass die Mehrheit im Magistrat und Stadtverordnetenversammlung stellt und außerdem einem Bewerber für die Bürgermeister-Direktwahl beiseite steht. Der Zusammenschluss ist das Ergebnis der Animositäten, die sich zwischen Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) und den vier vorgenannten Fraktionen entwickelten.

„Stadt ist in Unordnung“

Der studierte Historiker äußert sich deutlich zur Atmosphäre in der Flörsheimer Kommunalpolitik. „Vieles in dieser Stadt ist in Unordnung“, teilte der Flörsheimer gestern mit. Das oft fehlende Miteinander, der mangelhafte politische Stil, die ständigen Konfrontationen, das Zurückhalten von Informationen, die bisherige struktur- und strategielose Stadtentwicklung sowie der mangelhafte Zustand der Grünanlagen und Spielplätze seien einige dieser Beispiele. Der Charakter von Flörsheim als Stadt mit Charme müsse aber erhalten bleiben, damit die Kommune in der Region unverwechselbar bleibe.

Doch was macht die Mainstadt eigentlich aus? Eine Stadt mit vielen Grünflächen, die bequem mit dem Fahrrad oder zu Fuß durchquert werden kann. Nicht nur entfernungsmäßig, sondern auch bei der Vernetzung von Verwaltung, Bürgern und Vereinen. Zudem könne die Stadt mit der schnellen Erreichbarkeit von Frankfurt oder Wiesbaden punkten.

Weil die Baulücken im Nord-Gebiet allmählich fast alle geschlossen sind, sollen neue Flächen dafür in Wicker und Weilbach sowie in der Kernstadt ausgewiesen werden. Eine übergeordnete Planung müsse von vorneherein die Versorgung der Bewohner mit dem alltäglichen Bedarf sowie die Frequentierung mit Fahrzeugen einbeziehen, erläuterte der 55-Jährige. Priorität habe nun das Konzept für die weitere Stadtentwicklung.

Preisgünstiger Wohnraum ist ebenfalls ein Thema von Blisch. Ein Sonderprogramm solle sicherstellen, dass nicht nur Reihenhäuser, sondern auch Wohngebäude mit einer genutzten Mischung von sozial geförderten und „normalen“ Wohnungen errichtet werden. Flörsheim dürfe bei der Neubebauung an den Rändern nicht ausufern, sondern solle die einst halbkreisförmig favorisierte Entwicklung beibehalten. Die damit verbundene Idee von der Stadt der kurzen Wege müsse weiter höchste Priorität genießen. Ebenso das Vorhaben, eine weitere Verkehrsentlastung zu realisieren. Deshalb müssten die Verhandlungen mit Grundstückseigentümern in Weilbach, deren Flächen für die kleine Ortsumfahrung in dem Stadtteil benötigt werden, nicht halbherzig, sondern mit Nachdruck geführt werden, sagte Bernd Blisch. Die Verwirklichung der Umgehungsstraße habe absolute Priorität.

Mehr Service

Bernd Blisch ging beim Pressegespräch unter anderem auf die zunehmende Distanz zwischen Verwaltung und Bürgerschaft ein. Er tritt dafür ein, dass es in den Stadtteilen die Möglichkeit gibt, dass Verwaltungsmitarbeiter dort zwar wenige, aber regelmäßige Beratungszeiten anbieten. Vor allem für ältere Menschen sei dieses Angebot wichtig. Auch beim neuen Schützenhof sieht er starken Verbesserungsbedarf, was den Eintritt in die Büroräume betrifft. Die Besucher würden in dem „anonymen Bau“ ohne Empfang vor geschlossenen Türen stehen. Das vom Bahnhof zu dem neuen Bau am Rathausplatz verlegte Stadtbüro ersetze den früheren Empfangsbereich in der Rathaus-Villa nicht. Es sei wichtig, dass die neuen Verwaltungsräume einen Empfang bekämen, an denen Verwaltungsmitarbeiter den Bürgern bei Fragen bereits unbürokratisch weiterhelfen könnten.

Für das Marienkrankenhaus schlägt Bernd Blisch vor, die Immobilie zum sozialen Campus mit Ärzte- und Gesundheitszentrum auszubauen.

Quelle: Höchster Kreisblatt vom 17. April 2018

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