Grün- und Erholungsflächen müssen wieder Visitenkarten sein

Rechtzeitig zum Frühjahrsbeginn haben sich wieder zahlreiche Flörsheimerinnen und Flörsheimer am Wochenende daran gemacht, die Stadt von Abfall und Dreck zu reinigen. Im Nachhinein konnte man in einigen Zeitungen lesen, dass die Vermüllung der Stadt weniger geworden sei. Eine erfreuliche Nachricht. Was dabei allerdings nicht vergessen werden sollte:

Noch vor 15 Jahren waren die Grünflächen die Visitenkarte unserer Stadt. Das Mainufer galt als das schönste am Untermain, der Regionalparkweg mit seinen Quertrassen nach Flörsheim hatten eine hervorragenden Ruf, weit über die Grenzen des Main-Taunus-Kreises hinaus. In der Gustav-Stresemann-Anlage fanden zahlreiche Vereinsfeste statt, der Christian-Georg-Schütz-Park und der Stadtgarten waren Zierden unseres Gemeinwesens.

Leider hat sich das in den letzten Jahren sehr geändert. Für die Lebensqualität der Bewohner unserer Stadt ist es aber weiterhin unabdingbar, dass angemessenen Wert auf die Pflege der Grünanlagen gelegt wird. Die öffentlichen Grünflächen bedeuten nicht nur ein optisch ansprechendes Entrée, sondern sind auch gesundheitsfördernd. Dies kommt vor allem Kindern und Senioren zu Gute.

Der äußere Zustand der städtischen Flächen spiegelt dabei gleichzeitig den inneren Zustand des Verhältnisses zwischen Bürgern und Verwaltung wieder. Es kann nicht sein, dass aus parteipolitischem Kalkül die Pflege von öffentlichen Grünanlagen vernachlässigt oder ein überflüssiger Kahlschlag als notwendige Maßnahme dargestellt wird.

Sollte ich zum Bürgermeister von Flörsheim gewählt werden, werde ich in diesem Zusammenhang für neue Grünpatenschaften werben, damit kleinere ungenutzte Grünflächen von Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden, um Blumen anzupflanzen oder Gemüse anzubauen. In anderen Städten hat das „Urban Gardening“, wie die Nutzung der Grünflächen neudeutsch genannt wird, schon längst einen angemessenen Stellenwert für die Grünpflege der jeweiligen Städte. Grundsätzlich aber sind die Bürgerinnen und Bürger bei der Grünpflege in Flörsheim am Main und seinen Stadtteilen mit einzubinden. Baum- und Grünpatenschaften, wie sie der derzeitige Bürgermeister gekündigt hat, sollten, wenn es nach mir gehen wird, wieder aufgelegt und in großem Maße gefördert werden.

Es ist für mich auch eine absolute Notwendigkeit, dass endlich ein allgemein abgestimmtes Stadtentwicklungskonzept eine Schwächen-Stärken-Analyse auch für Grünflächen aufzeigt. Die Wünsche der Bürger, was in und mit den Grünflächen geschehen darf, müssen eingeholt und dabei berücksichtigt werden.

Gemeinsam – die Stadt sind wir alle.

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