Höchster Kreisblatt: Der Stillstand ist endlich beendet

Für den Etat 2019 liegt die Genehmigung vor, die städtische Terra GmbH hat einen neuen Geschäftsführer. Auf Sparflamme waren die Ausgaben der Stadt Flörsheim monatelang gesetzt. Nun kehren allmählich wieder normale Verhältnisse für die Verwaltung ein.

So richtig wollte es in den vergangenen Monaten nicht vorangehen. Viele Projekte lagen auf Eis, weil der Flörsheimer Verwaltung in doppelter Hinsicht die Hände gebunden waren. Verzögerungen löste zum einen der späte Haushaltsbeschluss aus. Weil die Stadt auf die Genehmigung ihres Etats durch die Kommunalaufsicht wartete, konnten nur die nötigsten Ausgaben getätigt werden. Freiwillige Leistungen blieben auf der Strecke. 

Zum anderen stockte der Fortschritt bei Projekten der städtischen Erschließungsgesellschaft Terra. Die GmbH arbeitete seit dem vergangenen Sommer ohne Geschäftsführer. Nun kann Bürgermeister Bernd Blisch (CDU) Entwarnung geben. Während andernorts in den Sommerferien wenig Spektakuläres geschieht, sind für Flörsheim gleich zwei wichtige Entscheidungen gefallen. Der Stillstand scheint auf beiden Ebenen sein Ende gefunden zu haben. Bereits am 15. Juli hat ein neuer Geschäftsführer die Leitung der Terra übernommen, berichtet Blisch auf Anfrage. Die Stadt habe noch mit der Veröffentlichung der Neuigkeit gewartet, um dem künftigen Terra-Geschäftsführer eine ruhige Eingewöhnungszeit zu ermöglichen.

Udo Himolik heißt der neue Terra-Chef. Er stammt aus der Nachbarstadt Hochheim und arbeitet als Architekt – kennt sich mit Immobilien also bestens aus. Von allen Bewerbern, die sich dem Aufsichtsrat vorstellten, habe Himolik auf dem ersten Platz gestanden, erläutert Bürgermeister Blisch. Er finde es “sehr wichtig”, dass die Führungsposition der Terra wieder besetzt ist, dazu noch mit einem Baufachmann. Der Posten des Geschäftsführers war für 25 Wochenstunden ausgeschrieben.

Zu den drängenden Aufgaben, die den neuen Chef erwarten, gehöre die Endabrechnung für den Neuen Schützenhof, sagt der Rathauschef. Die Terra hatte in der Ägide von Blischs Vorgänger Michael Antenbrink (SPD) den Bau der Rathauserweiterung gestemmt und das Projekt bisher noch nicht vollständig abgewickelt. Außerdem muss sich Udo Himolek mit Leerständen in Terra-Immobilien befassen. Die Gastronomieräume des ehemaligen “La Fayence”, zuletzt “Rossini”, an der Hauptstraße sind ohne Pächter. 

Die Suche nach einem neuen Terra-Chef war notwendig geworden, nachdem die frühere Praxis, Verwaltungsmitarbeiter mit der Führungsposition zu betrauen, rechtlich in Frage gestellt wurde. Ein Kandidat des ehemaligen Bürgermeisters Michael Antenbrink fand im vergangenen Jahr keine Mehrheit im Aufsichtsrat. Die Stelle wurde daraufhin neu ausgeschrieben. 

Nur noch eine Formalie

Neben der Entwicklung bei der Terra zeichnet sich mittlerweile auch ein Ende der Haushaltssperre ab. Die fehlende Genehmigung blockierte in den vergangenen Monaten unter anderem die Fördergelder für Flörsheimer Vereine und die Ausgaben für kulturelle Angebote. Ein eingeschränktes Kulturprogramm war im ersten Halbjahr nur möglich, weil der Magistrat Sondermittel bereitstellte. Noch vor wenigen Wochen trafen sich die Stadtverordneten während der Sommerferien, um eine weitere Verzögerung der Haushaltsgenehmigung zu verhindern. 

Landrat Michael Cyriax (CDU) hatte die Flörsheimer Verwaltung darauf hingewiesen, dass zur Verrechnung von Geldern im Rahmen des Entschuldungsprogramms Hessenkasse ein schriftliches Haushaltssicherungskonzept notwendig ist. Dieses Konzept beschlossen die Flörsheimer Stadtverordneten in einer Sondersitzung am 18. Juli. Alles, was danach noch fehlte, war die Unterschrift des Landrats.

Anfang der Woche ist die Haushaltsgenehmigung bei der Stadt eingegangen, berichtet Verwaltungschef Bernd Blisch. Bevor die Stadt über ihre beschlossenen Mittel verfügen kann, gilt es nun noch eine Formalie zu erledigen. Ab Montag werde der Haushaltsplan öffentlich ausgelegt, informiert Bernd Blisch. Übernächste Woche soll der Stillstand dann tatsächlich beendet sein.

Quelle: Höchster Kreisblatt vom 10. August 2019

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.