Wickerer Kreisel gemeinsam zu einer besonderen Visitenkarte machen

Der Wickerer Kreisel ist seit Monaten in aller Munde. Erste Vorschläge, die am Bürger vorbei entwickelt wurden, wurden abgelehnt. Nach ausführlichen Beratungen im Ortsbeirat und den Ausschüssen wurde ein Kostenlimit festgelegt, zu dem der Kreisel hergerichtet werden sollte. Zur Überraschung vieler wurden dann Planungen vorgestellt, die mit 130.000 Euro doppelt so hoch veranschlagt wurden, als die Gremien beschlossen hatten. Die Aussagen waren sinngemäß, dass ein schön gestalteter Kreisel eben seinen Preis hätte. Andere urteilten da auf anderer Höhe mit Aussagen, wie “jetzt ist Wicker mal dran”. In einer modernen Gesellschaft des Jahres 2018 sind die politischen Instrumente des letzten Jahrhunderts kaum mehr anzuwenden. Die politische Verankerung der Gesellschaft hat sich gewandelt und ist sprunghafter. Menschen sind nicht mehr auf eine Partei und damit eine politische Linie abonniert, sondern handeln immer stärker anlassorientiert. Das ist doch eine wunderbare Chance für eine konsensorientierte und bürgerbeteiligte Politik, die mir vorschwebt.

Denn mein Motto “gemeinsam. Die Stadt sind wir alle” ist kein Wahlkampfschlager, sondern eine Maxime für die Politik der nächsten Jahre, die ich gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie den politischen Parteien umsetzen möchte. Neben dem nervigen Kleinkrieg um den Wickerer Kreisel gibt es aber auch wunderbare Entwicklungen. Neben vielen Gesprächen in Wicker und an anderen Stellen wurde die Hoffnung für ein gutes Gelingen des Wickerer Kreisels deutlich, immer verbunden mit dem Wunsch, bei leeren Kassen nicht das falsche Zeichen zu setzen, dennoch dem Wickerer Verkehrsneubau eine ansprechende Gestaltung zu geben. Dabei haben mich zwei Wickerer Unternehmer angesprochen. Sie boten an, den Wickerer Kreisel nach den im Ortsbeirat Wicker vorgestellten Plänen für einen Pauschalbetrag von 50.000 Euro zu realisieren. Ihnen läge was an “ihrem” Dorf und sie möchten einen Beitrag leisten, der auch gesellschaftlich das richtige Zeichen ist. Eine Entwicklung mit den Wickerern zusammen, mit Vereinen und Dorfliebhabern, mit Gewerbetreibenden und politisch Handelnden. Das ist gemeinsame Politik. Und neben der Realisierung boten sie noch an, einmal im Jahr die komplette Grünpflege für den Wickerer Kreisel zu übernehmen. Und zwar dauerhaft!

Das macht Mut und ist ein wunderbares Beispiel gelebten Miteinanders. Nun wissen wir ja alle, wie Verwaltungen handeln. Ausschreibungen und Vergaberichtlinien haben ihre Daseinsberechtigung. Es gilt, gemeinsam mit den Wickerern, dem Ortsbeirat und der Verwaltung, Wege zu finden, die die Debatte um den Kreisel beenden, eine schöne Gestaltung als Ziel haben und etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. Eine meiner ersten Maßnahmen als Bürgermeister wird genau dies sein. Gemeinsam mit allen Beteiligten das Konzept für den Kreisel umzusetzen, damit eine weitere Visitenkarte für die Einzigartigkeit unseres schönen Weindorfs hinzukommt. Dafür stehe ich und freue mich auf viele weitere Mitstreiter! Wir können mehr. Die Stadt sind wir alle.

Bernd Blisch

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