Flörsheim: Behandeln, betreuen, beatmen – neue Pläne für das Marienhaus

Stadt und Marienhausgesellschaft stellen Pläne für das ehemalige Krankenhaus vor

Mit dem Konzept eines “Gesundheitscampus” wollen Stadtverwaltung und Marienhaus-Gesellschaft das ehemalige Krankenhaus in die Zukunft führen. Am Mittwoch stellten Marienhaus-Geschäftsführer Michael Osypka, Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU) und Erste Stadträtin Renate Mohr (Galf) die Pläne vor. Drei Schwerpunkte sollen das neue Konzept bilden. Zum einen der weitere Ausbau des bereits bestehenden ärztlichen Angebotes um eine Tagesklinik, dazu die Einrichtung von rund 35 Einheiten für betreutes Wohnen und zum dritten die Einrichtung einer Wohngemeinschaft für acht bis zehn Dauerbeatmungspatienten.

Grundlage, um die Pläne zu realisieren, sind umfangreiche Umbauten des im Kern 1957 erbauten Gebäudes. Dabei soll die Außenhülle des Hauses erhalten bleiben, während im Inneren umfangreiche Umbauten und Sanierungen vorgenommen werden sollen. Nur der kleine Querbau links des Haupteingangs, der früher Hausmeisterwohnung und Verwaltung beherbergte, soll abgerissen werden und Platz für Parkplätze schaffen.

Mit der Einigung auf das Konzept sind auch die gegenseitigen vertraglichen Verpflichtungen zwischen Marienhaus-Gesellschaft und Stadt geklärt, die sich aus der Schließung des Krankenhauses im Herbst 2017 ergeben haben. Danach verzichtet die Stadt darauf, das Grundstück von der Marienhaus-Gesellschaft zurückzufordern. Vielmehr soll es langfristig zu einem noch festzulegenden Zins an die Gesellschaft verpachtet werden. Die Marienhaus-Gesellschaft übernimmt ihrerseits die Entwicklung der Immobilie hin zu einem Gesundheitscampus in Eigenregie. Der Stadt entstünden keine weiteren Kosten, so Blisch.

Das Sanierungskonzept sieht vor, dass der niedrigere Hauptbau längs zur Hospitalstraße zum Ärztezentrum wird, in dem nicht nur niedergelassene Mediziner einen Platz finden, sondern, im ersten Stock, auch ein neues ambulantes OP-Zentrum. Als Betreiber sei ein Anästhesist im Gespräch, der schon zwei ähnliche Zentren im Rhein-Main-Gebiet unterhalte. Damit könnten auch die zwei bestehenden Operationssäle nach einer Sanierung, wieder genutzt werden. Im zweiten Stock sollen die schon im Nebengebäude ansässige Dialysepraxis und der Orthopäde neue, größere Räume finden. Im dritten Stock sind Praxen für Kardiologie und Neurologie geplant, im vierten Stock eine allgemeinmedizinische Praxis und die Beatmungs-WG. Ein Betreiber für die Betreuung der Beatmungspatienten sei schon gefunden, sagte Osypka, ohne Details zu nennen.

Im Kellergeschoss soll die Radiologiepraxis untergebracht sein. Hier könne voraussichtlich auch ein Computertomograph installiert werden, so Michael Osypka. Im Erdgeschoss soll neben einer Apotheke und einem Bistro auch das Sanitätshaus Platz finden, ebenso die Vaszeralchirurgie und die Physiotherapiepraxis. Die Umbaupläne sehen auch vor, dass zunächst die künftigen Praxisräume eingerichtet werden, in die die neuen und schon im anderen Trakt praktizierenden Mediziner umziehen können. Danach soll der siebenstöckige Seitenbau rechts des Haupteingangs umgebaut werden. Hier sollen 35 unterschiedlich große Einheiten, von einem bis drei Zimmer, für betreutes Wohnen entstehen.

Die Kosten des Umbaus beziffert Michael Osypka auf rund acht Millionen Euro. Dafür soll eine Projektentwicklungsgesellschaft gegründet werden, die später auch als Vermieter der Immobilie fungiert. An den bisherigen Vorüberlegungen zum Umbau des Krankenhauses ist auch die Ingelheimer Projektentwicklungsgesellschaft Molitor beteiligt.

Michael Osypka geht davon aus, dass der erste Bauabschnitt mit dem Umbau des Hauptbaus bis Ende 2021 fertiggestellt sein kann. Ein Jahr später könnte auch der zweite Bauabschnitt, der in der Hauptsache die betreuten Wohnungen beherbergt, fertig sein. Fraglich sei derzeit noch, ob auch der siebte Stock für betreutes Wohnen genutzt werden kann. “Wir wollen den Flörsheimern ein Stück ihr Krankenhaus wiedergeben”, sagte Renate Mohr zu den vorgestellten Plänen. Vielleicht bekommen die Bürger ja auch das Schwimmbad, das sie nie hatten. Im Kellergeschoss befinde sich ein 10 mal 4,50 Meter großes Becken, das möglicherweise für das Schulschwimmen genutzt werden könne, so Mohr. Ein möglicher Betreiber sei zumindest schon gefunden worden.

Der Magistrat habe die Pläne am Dienstag bereits einstimmig gebilligt, so der Bürgermeister.

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https://www.wiesbadener-kurier.de/fm/819/190812FloersheimBroschuere.pdf

Quelle: Main-Spitze vom 14. August 2019

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